Merguez fällt auf: durch ihre rötliche Farbe, ihre kräftige Würzung und ihre meist schmale Form. Die würzige Wurst ist besonders in der nordafrikanischen und französischen Küche bekannt, landet aber auch hierzulande immer häufiger auf dem Grill oder in der Pfanne. Wenn Sie gern aromatisch essen und eine Alternative zu klassischen Bratwürsten suchen, ist Merguez definitiv einen Versuch wert.
Was ist Merguez?
Merguez ist eine würzige, meist scharfe Wurst, die traditionell aus Lammfleisch, Rindfleisch oder einer Mischung aus beidem hergestellt wird. Typisch ist ihre intensive rote Farbe, die vor allem auf Gewürze wie Paprika, Chili oder Harissa zurückzuführen ist. Dabei handelt es sich um eine scharfe Gewürzpaste, die in der nordafrikanischen Küche häufig verwendet wird.

Im Vergleich zu vielen deutschen Bratwürsten ist Merguez meist dünner, kräftiger gewürzt und deutlich aromatischer. Sie wird in der Regel als frische Wurst angeboten und sollte deshalb gut durcherhitzt werden. Besonders beliebt ist sie vom Grill, sie lässt sich aber auch in der Pfanne zubereiten.
Wenn Sie grundsätzlich mehr darüber erfahren möchten, wie Wurst hergestellt wird und welche Bestandteile sie haben kann, finden Sie hier weitere Informationen: Was ist Wurst?
Was macht Merguez besonders?
Die Merguez-Wurst lebt vor allem von ihrer Würzung. Neben Chili und Paprika kommen häufig Kreuzkümmel, Knoblauch, Pfeffer, Koriander oder Fenchel zum Einsatz. Dadurch schmeckt sie nicht nur scharf, sondern auch warm, würzig und leicht orientalisch. Je nach Rezeptur kann die Schärfe unterschiedlich ausfallen.
Typisch für Merguez sind:
- die schmale, längliche Form
- rote bis dunkelrote Farbe
- kräftige Gewürze wie Chili, Paprika und Kreuzkümmel
- Fleisch vom Lamm, Rind oder eine Mischung aus beidem
- ein würziger Geschmack mit leichter bis deutlicher Schärfe
Traditionell wird Merguez aus Lammfleisch hergestellt, es gibt aber auch Varianten mit Rindfleisch oder gemischtem Fleisch. Schweinefleisch gehört in klassische Merguez normalerweise nicht hinein, was auch mit ihrer kulturellen Herkunft zusammenhängt.
Beim Einkauf lohnt sich daher ein Blick auf die Zutatenliste oder die Auszeichnung an der Fleischtheke. So erkennen Sie, aus welchem Fleisch die Wurst besteht und wie stark sie gewürzt ist. Weitere bekannte Wurstsorten und ihre Unterschiede finden Sie im Beitrag Wurstsorten im Überblick.
Merguez kann mild-würzig, aber auch sehr scharf sein. Wenn Sie empfindlich auf Schärfe reagieren oder Kinder mitessen, fragen Sie an der Fleischtheke nach einer milderen Variante.
Die Herkunft von Merguez: Woher kommt die Wurst?
Die Herkunft von Merguez liegt in Nordafrika, genauer in der maghrebinischen Küche. Zum Maghreb gehören unter anderem Marokko, Algerien und Tunesien. Dort wird die würzige Wurst bis heute gern gegrillt, gebraten oder als Bestandteil verschiedener Gerichte verwendet.
Über Frankreich wurde Merguez auch in Europa bekannt, unter anderem wegen der engen historischen und kulturellen Verbindungen zwischen Frankreich und Nordafrika. In Frankreich gehört Merguez deshalb schon lange zu Grillfesten, Straßen- und Alltagsküche dazu. Auch in Deutschland findet man die Wurst inzwischen häufiger, vor allem in gut sortierten Supermärkten, Metzgereien oder spezialisierten Fleischtheken.
Auch wenn man im Deutschen manchmal unterschiedliche Varianten wie „Mer-gwez“ oder „Mer-gez“ hört: Die Aussprache von Merguez orientiert sich am Französischen. Ausgesprochen wird das Wort also ungefähr wie „mär-ges“. Das „z“ am Ende wird mitgesprochen, die Betonung liegt auf der zweiten Silbe.
Wie bereitet man Merguez richtig zu?
Merguez lässt sich leicht zubereiten, gewöhnlich auf dem Grill. Durch die direkte Hitze wird die Wurst außen schön gebräunt, während sie innen saftig bleibt. Wichtig ist, sie nicht zu heiß zu grillen. Bei zu starker Hitze kann die Hülle schnell aufplatzen, während die Wurst innen noch nicht gleichmäßig gar ist.
Am besten grillen Sie Merguez bei mittlerer Hitze und wenden sie regelmäßig. Je nach Dicke ist sie nach etwa acht bis zwölf Minuten fertig. Die genaue Garzeit hängt von der Größe der Wurst und der Temperatur ab.
Für die Zubereitung eignen sich besonders:
- Grill bei mittlerer Hitze
- Pfanne mit wenig Öl
- Grillpfanne für leichte Röstaromen
- indirekte Hitze, wenn die Würste etwas dicker sind
Auch in der Pfanne gelingt Merguez gut. Dafür sollten Sie etwas Öl erhitzen und die Würste bei mittlerer Hitze rundherum braten. Auch hier gilt: lieber etwas langsamer garen, damit die Wurst gleichmäßig durchzieht und nicht außen verbrennt.
Stechen Sie Merguez vor dem Grillen oder Braten möglichst nicht ein. Ansonsten kann Fett austreten und die Wurst wird schneller trocken. Besser ist es, die Temperatur zu kontrollieren und die Würste regelmäßig zu wenden.
Wozu passt Merguez?
Merguez passt besonders gut zu Beilagen, die ihre Würze aufnehmen oder ausgleichen. Klassisch sind Couscous, Fladenbrot, gegrilltes Gemüse, Salate oder Joghurtdips. Auch zu Kartoffeln, Reis oder in einem Eintopf können Sie die Wurst sehr gut essen.
Gut passende Beilagen sind zum Beispiel:
- Couscous mit Gemüse
- Fladenbrot oder Baguette
- gegrillte Paprika, Zucchini oder Aubergine
- frischer Joghurt-Dip mit Minze oder Zitrone
- Tomatensalat oder Gurkensalat
- Kartoffeln aus dem Ofen
Wegen ihrer Schärfe braucht sie meist keine kräftige Sauce. Ein frischer Dip mit Joghurt, Minze oder Zitrone kann aber gut passen, weil er die Würze ausbalanciert.
Worauf sollte man beim Einkauf achten?
Beim Kauf von Merguez sollten Sie auf Frische, Fleischart und Würzung achten. Frische Merguez gehört gut gekühlt transportiert und sollte zeitnah zubereitet werden. Wenn Sie es mild mögen, fragen Sie am besten direkt an der Fleischtheke nach dem Schärfegrad.
Kann man Merguez einfrieren?
Frische Merguez lässt sich in der Regel einfrieren, wenn sie noch nicht zubereitet wurde und ausreichend frisch ist. Wichtig ist, die Wurst möglichst luftdicht zu verpacken und das Einfrierdatum zu notieren. In einem gesonderten Artikel finden Sie generelle Hinweise zum Thema Wurst einfrieren.
Zum Auftauen sollten Sie sie in den Kühlschrank legen. Danach sollte sie vollständig durcherhitzt und nicht erneut eingefroren werden.
Bereits gebratene oder gegrillte Merguez kann ebenfalls kurzfristig im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie eignet sich dann zum Beispiel für Pfannengerichte, Salate oder als würzige Einlage in einem Eintopf. Weitere Tipps finden Sie im Beitrag Grillfleisch verwerten.
Wenn Sie Merguez einfrieren möchten, verpacken Sie die Würste am besten portionsweise. So können Sie später genau die Menge auftauen, die Sie benötigen.
Fazit: Merguez bringt Würze auf den Teller
Merguez ist eine aromatische Wurst mit nordafrikanischer Herkunft. Typisch sind ihre rote Farbe, die kräftige Würzung und die angenehme bis deutliche Schärfe. Die würzige Spezialität lässt sich vielseitig zubereiten und mit einfachen Beilagen zu einem besonderen Essen kombinieren.
Wenn Sie Merguez probieren möchten, sollten Sie auf die Fleischart, die Frische und den gewünschten Schärfegrad achten.