Pho – schon mal gehört? Die vietnamesische Nudelsuppe erfreut sich auch hierzulande wachsender Beliebtheit. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Namen? Und worin unterscheidet sich Pho (eigentlich: Phở) von der japanischen Ramen-Suppe? In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Suppe zubereitet wird, welches Fleisch zu Pho besonders gut passt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Was ist Pho?
Pho bzw. Phở (ausgesprochen „Fö“) ist eine traditionelle vietnamesische Nudelsuppe, deren Basis eine kräftige Brühe bildet. Sie wird meist mit Reisbandnudeln, frischen Kräutern und dünn geschnittenem Fleisch serviert. Die Brühe köchelt mehrere Stunden lang – klassischerweise mit Rinderknochen, Zwiebeln, Ingwer und Gewürzen wie Sternanis, Zimt und Kardamom. So entsteht ein intensiver Geschmack, der gleichzeitig würzig, süßlich und angenehm aromatisch ist.
Pho hat in Vietnam eine lange Tradition und ist dort ein typisches Frühstücksgericht. In Europa und Nordamerika wird sie hingegen meist zum Mittag- oder Abendessen serviert – als gesunde, sättigende und wärmende Mahlzeit.
Unterschied zwischen Pho und Ramen: Was ist anders?
Auf den ersten Blick mögen Pho und Ramen ähnlich erscheinen: beides sind asiatische Nudelsuppen mit Brühe, Fleisch und Beilagen. Doch die Unterschiede liegen im Detail – und im Geschmack:

| Pho (Vietnam) | Ramen (Japan) | |
| Nudeln | Flache Reisnudeln | Weizennudeln mit Ei |
| Brühe | Klar, auf Rinderknochen und Gewürzen basierend | Oft kräftig-trüb, z. B. mit Schwein oder Miso |
| Gewürze | Sternanis, Zimt, Ingwer, Kardamom | Sojasauce, Miso, Kombu (Seetang) |
| Fleisch | Dünne Rindfleischscheiben (z. B. Tafelspitz) | Schweinebauch, Huhn, Ei, Mais |
| Geschmack | Frisch, kräuterbetont, leicht süßlich | Deftig, herzhaft („umami“), würzig |
Der Unterschied zwischen Pho und Ramen lässt sich also klar an Zutaten und Zubereitung festmachen. Beide Suppen haben ihren eigenen Reiz, doch Pho punktet durch Leichtigkeit und Frische.
Welches Fleisch wird für Pho verwendet?
Das Herzstück einer guten Pho ist neben der Brühe vor allem das Fleisch. Doch welches Fleisch passt am besten?
Rindfleisch – der Klassiker
Die traditionelle Variante heißt Pho Bo und wird mit Rindfleisch zubereitet. Besonders gut für Suppe eignen sich diese Fleischstücke vom Rind:
- Tafelspitz (Brustkern): aromatisch und zart, klassisch vorgekocht
- Rinderbrust (Flat Brisket): kräftig im Geschmack, ideal für Brühe und Einlage
- Rohe Rindfleischscheiben (z. B. aus der Hüfte oder Schulter): dünn geschnitten und direkt in der heißen Brühe gegart
Tipp: Schneiden Sie das Rindfleisch quer zur Faser in sehr dünne Scheiben. So bleibt es besonders zart – weitere Tipps zum Fleisch schneiden finden Sie im Beitrag „Steak richtig schneiden“ .
Alternative Fleischsorten
Neben Rindfleisch gibt es auch andere Varianten:
- Hähnchen (Pho Ga): leichter Geschmack, ideal für Einsteiger
- Schweinefleisch: seltener, aber möglich – z. B. Schweinenacken, wenn lange gekocht
- Vegetarisch: mit Tofu, Pilzen und Gemüsebrühe
Zubereitung: So gelingt Ihre Pho zu Hause
Pho selbst zu machen erfordert etwas Zeit, aber kein kompliziertes Küchengerät. So geht’s:
- Brühe vorbereiten: Knochen abspülen, mit Wasser, Zwiebeln, Ingwer und Gewürzen drei bis sechs Stunden köcheln lassen.
- Fleisch garen: Entweder direkt in der Brühe mitziehen lassen oder roh in die heiße Suppe geben (nur bei sehr dünnem Schnitt!).
- Reisnudeln kochen: Kurz in heißem Wasser ziehen lassen, bis sie weich sind.
- Servieren: In einer Schale Nudeln, Brühe, Fleisch und frische Kräuter (z. B. Thai-Basilikum, Koriander, Minze) anrichten. Dazu Limettensaft und Chilisauce.
Tipp: Je länger die Brühe zieht, desto intensiver wird der Geschmack. Verwenden Sie möglichst aromatische Knochen wie Markknochen oder Beinscheiben.
Fazit: Pho ist mehr als nur Suppe
Pho ist mehr als ein einfaches Suppengericht. Sie verbindet kräftige Aromen mit frischen Zutaten und steht für bewussten, genussvollen Fleischkonsum. Ob klassisch mit Rindfleisch oder modern interpretiert, mit etwas Zeit und Sorgfalt wird Pho zum geschmackvollen Highlight in jeder Küche.